Crowdsourcing

Crowd meint eine Gruppe von Internetnutzern, Crowdsourcing bedeutet in diesem Zusammenhang eine Form von Auslagerungen. Bestimmte Unternehmensaufgaben werden an eine Gruppe von Internetnutzern ausgelagert. Firmen bieten somit Internet-Jobs an, die nur für die geleisteten Arbeitseinheiten bezahlt werden. Vorkenntnisse sind dafür häufig nicht nötig, Beiträge in eine Sozialversicherung werden auch nicht gezahlt.

Werbend wird versprochen, dass diese Online-Jobs mal so ganz nebenbei Geld erbringen. Ohne Risiko, Verpflichtungen oder Zeitdruck könne man noch zusätzlich gutes Geld verdienen. Vermittlungsplattformen wie jomondo.de bieten Crowdsourcing an. Dort können sich Arbeitgeber mit Ihrem Internet – Jobangebot eintragen lassen. Das reicht von Recherchen über das Katalogisieren von Waren für Online-Shops bis zu Datenabgleichen oder Adresssammlungen. Interessierte User müssen sich ebenfalls anmelden und können sich dann entsprechende Online-Jobs vermitteln lassen.

Das Crowdsourcing ist gekennzeichnet durch ein Fehlen jeglicher gegenseitiger Verpflichtung. Es ist nur der Preis vereinbart, den der Onlinearbeiter jeweils für eine Arbeitseinheit erhält. Nach einer der größeren Plattformen nennen sich die User oft Clickworker. Clickworker.com bietet Texte, Web-Recherchen, Kategorisierungen und Tagging sowie mobiles Crowdsourcing aktuell und vor Ort an. Größere Projekte werden so lange in kleine Teile zerlegt, bis sie die passende Größe für die Mikrojobs der User haben. So werden dann von jedem Clickworker beispielsweise eine übersichtliche Menge Produktdaten für einen Online –Shop gepflegt oder ein Werbetext für ein neues Produkt geschrieben.

Die offiziellere Bezeichnung für die Mikrojobber aus dem Internet nennt sich „Sourcees“. In den USA arbeiten nach diesem Geschäftsmodell bereits Millionen von Sourcees. Doch auch in Deutschland wird immer mehr Crowdsourcing angeboten. Es geht dabei darum, so einfach und effektiv wie möglich mit menschlicher Intelligenz zu handeln. Sie skalierbar zu machen, einfache Tätigkeiten bis hin zu anspruchsvollen Aufgaben auf die Community der Sourcees zu verteilen. Mit idealistischen Ideen hat das jedoch gar nichts zu tun. Es geht knallhart ums Geschäft und darum, eine bislang teurere Leistung möglichst billig zu erwerben. Auch für die Sourcees geht es nicht um den Haupterwerb. Für die meisten ist es eine Möglichkeit, noch zusätzlich etwas Geld zu machen, die Haushaltskasse aufzubessern.

Insgesamt rationalisiert Crowdsourcing schon den ein oder anderen Arbeitsplatz vom 1. Arbeitsmarkt. Sourcees bewegen sich in einer Grauzone. Bleiben sie mit ihren Einnahmen unter der 450 Euro Grenze, ist ihr Nebeneinkommen im Durchschnitt nicht meldepflichtig. Natürlich abgesehen von den persönlichen Bedingungen, wo manchmal schon jeder Euro Mehreinnahme gemeldet werden muss.

Sourcees sind im Prinzip vogelfrei. Sie sind nicht versichert und wenn sie erkranken, rückt sofort ein anderer Sourcees für sie nach. Sie haben jedoch auch die Freiheit, sich auswählen zu können, was sie machen möchten. Sie haben keinen Zeitdruck und können frei entscheiden, ob und wann sie arbeiten möchten. Haben sie sich jedoch an ein Projekt gebunden, laufen sie auch mit einem Zeitlimit. Dann wird ihnen in etwa vorgegeben, bis wann die Arbeitseinheiten geschafft werden müssen. Werden die Zeiten nicht eingehalten, erhalten sie auch kein Geld.

Crowdsourcing ist eine moderne Form der Heimarbeit von unterwegs und von zu Hause aus. Man wird als Sourcees vermutlich nicht reich, doch es lassen sich schon mehrere Euros in der Stunde damit verdienen.