Übernachtungsgäste

Wer sich länger als einen Tag von seinem Wohnsitz entfernt aufhält, der muss zwangsläufig übernachten. Das kommerzielle, also gewerbliche Angebot für die Übernachtung erstreckt sich vom luxuriösen Fünfsternehotel über das Hotel Garni, die Frühstückspension und das Fremdenzimmer, bis hin zum einfachen Hostel. Der Betreffende ist überall, wie es heißt ein, willkommener, aber dennoch fremder Gast. Diese Situation lässt sich dahingehend ändern, dass beide Seiten, also Gast und Gastgeber, ihren jeweils eigenen privaten Vorteil haben.

Angesprochen ist damit die private Übernachtung; also das Angebot, den Gast in der eigenen privaten Wohnung übernachten zu lassen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der Übernachtungsgast kann die private Wohnung sowohl während der An- als auch der Abwesenheit des Bewohners nutzen. Das ist auch von der Größe, Ausstattung und Einrichtung abhängig. Der Gast hat dabei den Vorteil, die Wohnung so, wie sie ist, nutzen und benutzen zu können. Je nach Angebot und Absprache gehört dazu auch ein gut gefüllter Kühlschrank. Eine solche Übernachtung wird in erster Linie für Kurzaufenthalte in Großstädten in Anspruch genommen; von Geschäftsreisenden ebenso wie von Urlaubern auf der Durchreise oder während eines Sightseeings. Spätestens dann, wenn die Hotels ausgebucht sind oder ihre Zimmer nur zu den sogenannten Messepreisen anbieten, stellt sich die Frage nach einer günstigen und vor allem individuellen Übernachtung.

Der Anbieter einer privaten Übernachtung hat unterschiedliche Möglichkeiten, um auf sich aufmerksam zu machen. Die Präsenz auf Onlineportalen im Internet ist ebenso erfolgversprechend wie eine eigene Homepage. Ob und wann die Grenze von der Liebhaberei hin zum anzeigepflichtigen Gewerbe überschritten wird, kann der Anbieter selbst entscheiden. Als Wohnungsmieter sollte er dann seinen Mietvertrag mit Blick auf eine Untervermietung im Auge behalten, wenn er seine Wohnung ganz oder zimmerweise regelmäßig fremden Übernachtungsgästen überlässt. Feststeht, dass sich damit Geld verdienen lässt. Wirtschaftlich gesehen findet ein Leistungsaustausch statt. Für die Überlassung von Zimmer oder Wohnung wird ein vereinbartes Entgelt gezahlt. Das Spektrum reicht von einigen wenigen Übernachtungen im Monat bis hin zur Überlassung für den Zeitraum einer längeren Abwesenheit; beispielsweise wegen Work & Travel, wegen eines Urlaubs, oder wegen eines Studienaufenthaltes im Ausland.

Den Übernachtungsgästen muss – unbekannterweise – vertraut werden können. Die Praxis zeigt, dass dieser Vertrauensvorschuss so gut wie nie verletzt oder ausgenutzt wird. Die Gäste wissen das Angebot zu schätzen, sie verhalten sich dementsprechend umsichtig sowie rücksichtsvoll. Und wenn der Gastgeber selbst anwesend ist, dann kann sich dadurch ein rundum schöner sowie unterhaltsamer Abend ergeben. Der ist in seiner Preisgestaltung frei. Angebot und Nachfrage bestimmen letztendlich den Übernachtungspreis. Erfahrungsgemäß beginnt der bei einem niedrigen zweistelligen Eurobetrag und kann durchaus auch dreistellig ausfallen. Die Personenzahl ist durch die vorhandene Kapazität an Bett und Schlafcouch begrenzt. Auch sie hat Einfluss auf den Preis, und zwar spätestens dann, wenn zur Übernachtung auch noch das selbst zubereitete Frühstück gehört. Anschließend wird die Geschirrspülmaschine gefüllt, bevor die Wohnung so verlassen wird, wie sie am Tage zuvor betreten worden ist. Im Gegensatz zur Großstadt ist in ländlichen Gebieten das seitlich vom Eigenheim stehende Wohnmobil ebenfalls eine gefragte Übernachtungsmöglichkeit. Auch hier wird der Preis frei vereinbart, und das Gäste/WC nebst Dusche kann der Gast ebenfalls nutzen.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass nicht unbedingt ein Eigentum dazugehört, um mit einem privaten Übernachtungsangebot Geld zu verdienen.