Entrümpler

Nach dem Tod eines alleinstehenden Angehörigen überwiegt nicht nur großer Schmerz über den Verlust des geliebten Menschen, es stellt sich auch die Frage: Wie schaffe ich es, den Haushalt aufzulösen? Im Laufe des Lebens hat sich in der Wohnung des Verstorbenen eine Unmenge an Gegenständen angesammelt, deren Entsorgung Hinterbliebene völlig überfordert. Ein anderes Beispiel zeigt die Schwierigkeit, einen Seniorenhaushalt aufzulösen, dessen Inhaber ins Altersheim wechselt. Welche Dinge sind noch brauchbar, was kann weggeworfen werden? Noch viel schwieriger ist die Auflösung eines Messie-Haushalts. Doch für all diese Fälle gibt es einen Spezialisten: den Entrümpler, der durch die Entsorgung von Gegenständen Geld verdient.

Was gehört zu den Aufgaben des Entrümplers?

Viele meinen, dass ein Entrümpler vorwiegend mit der Beseitigung von Müll und ekligen Dingen, die niemand gern in die Hand nimmt, zu tun hat. Das kann bei der Wohnungsauflösung von Messies oder bei der Zwangsräumung von Mietnomaden durchaus der Fall sein. Diese unangenehme Tätigkeit gehört jedoch nicht zu den einzigen Aufgaben eines Entrümplers. Er hilft den Menschen, die sich durch die Auflösung eines Haushalts überfordert fühlen. Er beseitigt Gegenstände, die entsorgt werden sollen, hat jedoch auch einen Blick auf die Dinge, die wertvoll sind und deren Veräußerung gutes Geld bringen. Wie viele wertvolle Schätze verbergen sich auf Dachböden, von denen Angehörige eines Verstorbenen keine Ahnung hatten. Darüber hinaus werden in unserer Wohlstandsgesellschaft so viele Dingen angehäuft, die letztendlich niemand braucht, die aber auch nicht gern weggeworfen werden. Was sich alles angesammelt hat, wird meist erst dann bemerkt, wenn durch einen Umzug oder durch eine Haushaltsauflösung bei der Entrümpelung Hilfe erforderlich ist.

Entrümpeln – ein Job mit Sachverstand

Für den Beruf des Entrümplers gibt es noch keine konkrete Ausbildung. Dennoch sollte derjenige, der diese Tätigkeit ausübt, gewisse Fähigkeiten nachweisen können.
• Er sollte ein ausreichendes Einfühlungsvermögen besonders bei Haushaltsauflösungen nach Todesfällen besitzen. Das heißt: Angehörige werden bei der Entrümpelungsaktion beteiligt. Es wird nicht alles brutal entsorgt, sondern wertvolle Dinge und Erinnerungsstücke werden aussortiert und den Erben übergeben.
• Das bedeutet, dass ein Entrümpler ehrlich handelt. Er bereichert sich nicht ohne Wissen des Auftraggebers.
• Der Entrümpler sollte keine körperliche Arbeit scheuen. Schwere Möbelstücke und Haushaltsgeräte, Kisten mit Büchern und vieles andere mehr müssen aus der Wohnung, dem Keller und dem Dachboden transportiert werden.
• Er sollte sich nicht davor scheuen, ekelerregenden Müll zu beseitigen. Vor allem Messies, die sich von nichts trennen können, und Mietnomaden hinterlassen viel Dreck, der oftmals bereits von Ungeziefer befallen ist.
• Der Beruf des Entrümplers erfordert auch gewisse kaufmännische Fähigkeiten, denn etliche Gegenstände aus Haushaltsauflösungen sind gewinnbringend veräußerbar.
• Werbungsaktionen sind notwendig, um auf das Unternehmen aufmerksam zu machen.

Was sollte ein Entrümpler investieren?

Wer als selbstständiger Entrümpler Geld verdienen möchte, sollte
• über einen Kleintransporter verfügen.
• Ein Büro oder zumindest ein fester Platz für die Buchhaltung und die Terminkoordination ist notwendig.
• Entsprechendes Werkzeug ist erforderlich, um unter anderem Schränke zu zerlegen.
• Zur Grundausstattung gehören ebenso Arbeitskleidung, Arbeitsschuhe und Schutzmasken für gesundheitsgefährdende Einsätze.
• Mitarbeiter, die bei den schweren Entrümpelungsarbeiten helfen, sind für einen selbstständigen Entrümpler unverzichtbar.
• Der Entrümpler sollte gute Verbindungen zu Antiquitätenhändlern und Flohmarktbetreibern, aber auch zu Schrotthändlern unterhalten, die günstig entsorgen können.
• Ein Lagerraum ist notwendig, um wertvolle Gegenstände bis zum Verkauf zwischenzulagern.

Wenn all diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann der Entrümpler über ein gutes Einkommen verfügen. Er verdient nicht nur durch die geleistete Arbeitszeit, sondern auch durch den Verkauf der Gegenstände, die er im Internet, auf Flohmärkten oder in Auktionshäusern anbietet.