Testkäufer

Zu den interessantesten und mit viel Abwechslung verbundenen Nebenverdienstmöglichkeiten gehört die Tätigkeit als Testkäufer. Diese wird in der Fachsprache Mystery Shopping genannt und sowohl von Marktforschungsinstituten als auch von speziellen Testkauf-Agenturen angeboten. Bei der Beschäftigung in einem Marktforschungsinstitut nehmen Testkäufe gegenüber Interviews einen kleinen Teil der Arbeitszeit ein, während sie bei einer auf das Mystery Shopping spezialisierten Agentur im Mittelpunkt der Tätigkeit stehen. So gut wie alle Testkäufer sind selbstständig tätig.

Was macht ein Testkäufer?
Ein Testkäufer spielt die Rolle eines Kunden, wobei der Auftraggeber das genaue Verhalten vorschreibt. Er darf im Geschäft üblicherweise nicht erkannt werden, wenige Auftraggeber wünschen abweichend von der gewöhnlichen Praxis, dass er sich nach dem Testkauf offenbart. Im Anschluss an den Besuch des Ladens füllt der Testkäufer einen Fragebogen aus, worin er die gemachten Beobachtungen schildert. Er muss über ein gutes Gedächtnis verfügen, denn das Anfertigen von Notizen erhöht die Wahrscheinlichkeit, vom Personal als Testkäufer erkannt zu werden. Auftraggeber sind in den meisten Fällen die Betreiber oder die Franchise-Geber des zu besuchenden Geschäftes selbst. Es kommt auch vor, dass eine Zeitschrift oder eine Fernsehstation einen Test in Auftrag gibt, um dessen Ergebnisse zu veröffentlichen. Testkäufer schließen nicht in jedem Fall den Besuch eines Geschäftes mit dem Kauf einer Ware ab. Besonders bei hochwertigen Gütern brechen sie in der Regel das Beratungsgespräch ab. Wenn der Testkauf den Erwerb von Gegenständen mit geringem Wert beinhaltet, sind diese tatsächlich zu kaufen. In diesem Fall gehört es zu den Standardvorgaben für den Testkäufer, an der Kasse nicht passend zu bezahlen, damit er auch die Korrektheit des Wechselgeldes überprüfen kann. In wenigen Fällen prüft der Testkäufer nur einen Teilbereich der angebotenen Dienstleistung. Unter anderem erfolgen in Kinos regelmäßig Stichproben, ob die Betreiber die gesamte vergütete Werbung tatsächlich zeigen oder den Werbeblock verkürzen. Bei den meisten Testkäufen gehört neben dem eigentlichen Kauf oder der Beratung die Kontrolle der Sauberkeit zu den Aufgaben des Mystery Shoppers. Deren Bewertung schließt regelmäßig einen Toilettenbesuch ein, falls die zu überprüfende Einrichtung eine solche für ihre Kunden bereithält. Eine bei Testkäufern beliebte Aufgabe besteht im Besuch eines Restaurants, wobei vor allem große Franchise-Ketten ihre Lizenznehmer regelmäßig testen lassen. Bei allen Beurteilungen ist der Testkäufer zu objektiven Angaben verpflichtet, allerdings lassen sich einzelne Kriterien wie die Freundlichkeit der Mitarbeiter oder der Wohlfühlfaktor bei einem Restaurantbesuch nicht vollkommen losgelöst vom persönlichen Empfinden des Testers bewerten.

Was verdient ein Testkäufer?
Der Verdienst des Testkäufers richtet sich nach dem konkreten Auftrag. Ein umfangreiches Bankgespräch erfordert eine gewisse Vorbereitung und wird häufig mit zwanzig Euro vergütet. Am eigenen Wohnort ist das Fahrgeld bei den meisten Aufträgen im Pauschalhonorar enthalten, während es bei externen Einsätzen oftmals zusätzlich erstattet wird. Bei einem Teil der tatsächlich durchzuführenden Käufe darf der Tester das erworbene Produkt erhalten, sodass er zusätzlich ein Naturalhonorar enthält. Das ist bei Restaurantbesuchen zwangsläufig der Fall, einige nur gelegentlich Testkäufe durchführende Marktforschungsinstitute zahlen für diese im Gegensatz zu speziellen Testagenturen sogar kein weiteres Honorar aus. Die Vergütung erfährt der Testkäufer bereits in der Aufgabenbeschreibung, sodass er sich auch anhand des möglichen Einkommens für oder gegen die Annahme eines Testauftrages entscheidet.