Medikamententester

Der Gesetzgeber hat einen strengen Maßstab an die Zulassung neuer Medikamente angesetzt. Demnach dürfen Arzneimittel nur öffentlich in den Verkehr gebracht werden, nachdem sie umfangreich auf ihre eigentliche Wirkung, aber auch auf eventuelle Nebenwirkungen getestet worden sind. Es ist somit notwendig, dass Medikamente vorab am Menschen getestet werden, da unbekannte Nebenwirkungen nicht im Labor festgestellt werden können. Dementsprechend werden Probanden für Studien gesucht, die sich mit neuen Arzneimitteln beschäftigen. Sinn und Zweck ist es, Gewissheit über die Wirkweise zu bekommen. Diese Untersuchungen sind letztendlich der Grund, warum Menschen in der Apotheke ihres Vertrauens ein ärztliches Rezept einlösen können. Ohne die klinische Forschung wäre der Zugang zum Medikamentenmarkt aufgrund der gesetzlichen Vorgaben nahezu unmöglich.

Als Medikamententester gibt es eine Vielzahl von Studienarten, an denen der Interessent bei Eignung teilnehmen kann. Zu unterscheiden ist insoweit zwischen Präventionsstudien, Interventionsstudien, diagnostischen Studien, Behandlungsstudien, Dosisfindungsstudien, Lebensqualitätsstudien, Screeningstudien und Doppelblind Studien. Wie hoch letztendlich die Vergütung ausfällt, ist auch abhängig von der Art sowie dem Umfang des Forschungsprojekts. Während einige Studien bereits damit abgeschlossen werden, dass der Tester einen Fragebogen ausfüllen muss, werden Probanden bei anderen Forschungsinhalten über mehrere Wochen begleitet. Dementsprechend höher ist jedoch der Entschädigungslohn.

Ebenso unterschiedlich kann sich der Ablauf der Studie darstellen, an der der freiwillige Tester teilnehmen möchte. Während einige Testverfahren ambulant durchgeführt werden können, sind für andere mehrtägige stationäre Aufenthalte notwendig. Gemeinsam ist den Verfahren jedoch, dass die Testpersonen über einen zuvor genannten Zeitraum eine vorgegebene Dosis des zu testenden Arzneimittels einnimmt. Da ein stationärer Aufenthalt für den Medikamententester auch erheblich mehr Aufwand mit sich bringt, ist die Aufwandsentschädigung bei diesen Forschungsmaßnahmen naturgemäß höher. Stationäre Forschungen bieten sich insbesondere für solche Personengruppen an, die über mehrere Tage zeitlich uneingeschränkt sind. Berufstätige Probanden nehmen dementsprechend bevorzugt an ambulanten Projekten teil. Teilweise finden die Studien auch an einem einzigen Tag statt. Da dieser häufig auf ein Wochenende gelegt wird, steht der Teilnahme insoweit kein erhöhter Aufwand entgegen.

Klinische Forscher müssen für Probanden selbstverständlich einen Anreiz schaffen, um Medikamententester überhaupt akquirieren zu können. Bislang ist das Angebot jedoch höher als die Nachfrage, so dass viele geplante Studien letztendlich nicht durchgeführt werden können. Das Honorar für den Tester setzt sich neben einer Aufwandsentschädigung auch aus der Kostenübernahme für An- und Abreise sowie einer Vollverpflegung zusammen. Insgesamt liegt die Spanne bei wenigen hundert bis hin zu mehreren tausend Euro. Das Gehalt ist abhängig von der Art und Dauer der Forschungsmaßnahme. Für eine stationäre Dosisfindungsstudie wird in der Regel eine höhere Aufwandsentschädigung gezahlt als für eine ambulante Lebensqualitätsstudie. Der zeitliche Aufwand sowie das potentielle Risiko, das der Medikamententester mit seiner Teilnahme eingeht, bestimmen sein Honorar. Wie hoch die Vergütung letztendlich ist, sollte vorab bei den Studienorganisatoren erfragt werden, insoweit sich dies nicht aus der Studienausschreibung ergibt.

Bevor der Proband an der Studie teilnehmen kann, muss er über mögliche Nebenwirkungen informiert werden. Dies geschieht in der Regel in einem separaten Aufklärungsgespräch. Es handelt sich bei den Nebenwirkungen jedoch regelmäßig um temporäre Anzeichen. Seriöse Anbieter schließen zudem für die Teilnehmer eine spezielle Versicherung ab. Sollte es zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen, übernimmt die Versicherung alle Kosten, die für die Heilbehandlung notwendig werden. Die Aufwandsentschädigung für die Teilnahme bleibt von dieser Vereinbarung unberührt.